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Unterzucker - Selbsthilfe Bayern
Erste Selbsthilfegruppe in Bayern
Leben mit Hypoglykämie
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Unterzucker, was ist denn das? - Wörtlich übersetzt heißt Hypoglykämie "untersüßes Blut", das ist ein erniedrigter Blutzuckerspiegel und bedeutet akuten Zuckermangel im Gehirn!
Kennen Sie das: Zittern, Schweißausbrüche, Griff- und Gangunsicherheit, Hang zum Weinen, Müdigkeit bis zur völligen Unfähigkeit, Sprechstörungen, Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, Schwindel, Frieren, oder Untertemperatur, Angstzustände, Konzentrationsmangel oder weiche Knie, Vergeßlichkeit, nächtliches Muskelzucken und Eßbedürfnis, Kopfschmerzen, Panik, Heißhunger, Schwäche bis hin zur Ohnmacht?? (Das ist nur eine kleine Auswahl!)
Haben Sie öfter mal das Gefühl völliger Überforderung und das Bedürfnis nach irgendetwas - oder wissen Sie schon, daß Sie dann etwas Süßes brauchen, damit dieser Zustand vergeht? Dann leiden Sie mit ziemlicher Sicherheit an Hypoglykämie
Hypoglykämie ist keine selbständige Krankheit, sondern ein Zustand, der von vielen verschiedenen Grunderkrankungen ausgelöst werden kann, die gründlich abgeklärt werden müssen.
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Die Folgen unbehandelter Hypoglykämien liegen meist in einer Schädigung des Gehirns, in Unfällen und ganz allgemein im Verlust von Lebensqualität und -leistung
Übrigens: Heißhunger knurrt nicht! - Es ist kein Hunger, der aus dem Magen kommt, man kann ihn nicht mit allerlei Quellstoffen oder Appetitzüglern bekämpfen. Er entsteht im Gehirn, wenn es einen Mangel an lebenswichtigen Nährstoffen festgestellt hat. · Heißhunger ist eine unwiderstehliche, suchtartige Gier nach dem FEHLENDEN Stoff, und man tut dann gut daran, dem Körper schnellstmöglich den betreffenden Stoff zuzuführen!
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Weshalb es die Unterzucker-Selbsthilfe Bayern gibt An den deutschen Universitäten taucht das Wort Hypoglykämie bestenfalls im Zusammenhang mit den Diabetikern auf. - Wenn die falsch essen oder verkehrt spritzen, kommen sie in Unterzuckerzustände - praktisch eine leicht zu behebende Therapiepanne. Daß es auch chronische Hypoglykämiker gibt, ist den meisten Ärzten unbekannt. Hypoglykämiker haben von sich aus meist zuviel Insulin, bzw. eine Störung der hormonellen Harmonie, die zu Unterzuckerungen führt.
Man schätzt, daß 20% der Bevölkerung in Amerika an Hypoglykämien leidet, zumal ein großer Teil der Übergewichtigen dazu zählt.- Bei uns dürfte das nicht wesentlich anders sein. Dort und in etlichen anderen Ländern ist man schon lange am Forschen. Es gibt in den USA mehrere Zentren, die auf Hypoglykämie spezialisiert sind. - Sie beraten die Kranken, helfen bei der Diagnose und treiben die Forschung voran. - Nicht so in Deutschland.
Obwohl bereits auf dem 41. Ärztekongreß 1929 erstmals darauf hingewiesen wurde, ist die Hypoglykämie bis heute noch kein anerkanntes Leiden, wie etwa "Rheuma" oder "Diabetes", die ebenfalls ein Sammelsurium verschiedener Grunderkrankungen darstellen.
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Wir sind allein - meist gar nicht oder völlig fehlbehandelt - als Psychopatient, Alzheimer- oder Parkinsonfall abgelegt. Die Symptome werden womöglich vom Augenarzt behandelt (Sehstörungen) oder - bei schweren Fällen von Lebensuntüchtigkeit - vom Sozialarbeiter! Niemand weiß, was dem Betroffenen wirklich fehlt. Vielfach wird - zumal bei Kindern - Faulheit oder Charakterschwäche diagnostiziert. Aber auch aggressive Zustände kommen ebenso vor wie Lachkrämpfe.
Hypoglykämien können von gelegentlichen leichten Benommenheiten bis zu willenloser Apathie reichen. Die meisten Patienten wissen gar nicht, was ihnen fehlt, oder sie kommen durch Zufall drauf. Am ehesten gelten sie als krank, wenn sie ohnmächtig werden. Dies ist aber relativ selten. Es gibt keine Spezialklinik für uns, nicht einmal einen Facharzt, der das ganze Spektrum abdeckt. Es gibt keine Forschung in Deutschland, die sich mit dem Phänomen befaßt, die gegebenen Erklärungen dafür sind lächerlich bis menschenverachtend (mit dem Thema könne man kein Geld verdienen).
Begründete Widersprüche nehmen wir gern dankend entgegen und leiten sie an unsere Mitglieder weiter!
Für uns hat "Selbsthilfe" daher einen existenziellen, tieferen Klang als bei allen anderen Selbsthilfegruppen, die Leidensgenossen einer bekannten und anerkannten Krankheit versammeln und dafür auch noch geeignete Sponsoren finden. Wir haben keine bekannte Lady und auch keine Firma, die mit uns Geld verdienen kann.
Deshalb versuchen wir mit der Hypoglykämie zu leben (und wenigstens unseren Hausärzten mit etwas Fachliteratur zu helfen)
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Wir kämpfen um unsere Anerkennung als Kranke, um Hilfe und Heilung oder wenigstens um eine ordentliche Abklärung unserer Ursachen. Ein Entwurf für eine Differentialdiagnose liegt seit mindestens 1983 in der medizinischen Literatur vor. Wir überlassen sie jedem, dessen Arzt sich bereit erklärt, sie durchzuführen.
Es gibt allerdings öfter Probleme, die Hypoglykämie zu erwischen, da sie meist unregelmäßig, spontan, schleichend oder anfallsweise auftritt. Sie ist deshalb weder eingebildet noch ein "Anfallsleiden".
Deshalb suchen wir ständig Betroffene, die mit uns den Beweis führen, daß wir keine Minderheit von Spinnern sind und das gleiche Recht haben wie alle leidenden Menschen.
Wir informieren unsere Mitglieder über die Zusammenhänge der Erkrankung und versorgen sie und iihre Hausärzte mit medizinischer Fachliteratur in Zusammenarbeit mit der Universitätsbibliothek Erlangen.
Aktuelle Beratung, sowie Tipps zu Fachliteratur und weitere Informationen erhalten Sie bei
Renate Stoltenburg 91564 Neuendettelsau
Tel. 09874-1248
Unser Buch: Diät gelebt und trotzdem dick. Einsichten rund ums Abnehmen: Ein Wegweiser zur richtigen Behandlung
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